Karneval und Fasching

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Geschichte des Karneval in der Antike 

Vor 5000 Jahren wurden bereits Vorläufer des Karnevals im Zweistromland gefeiert, im Land mit den ersten urbanen Kulturen. Eine aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. altbabylonische Inschrift gibt Kunde davon, dass ein siebentägiges Fest unter dem Priesterkönig Gudea gefeiert wurde und zwar nach Neujahr als symbolische Hochzeit eines Gottes. Die Inschrift besagt: „Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“ Hier wird zum ersten Mal bei ausgelassenen Festen das Gleichheitsprinzip praktiziert und dies ist beim Karneval bis heute ein charakteristisches Merkmal.

Ähnliche Feste lassen sich in allen Kulturen des Mittelmeerraumes, die meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling in Zusammenhang stehen, nachweisen: Man feiert in Ägypten das ausgelassene Fest zu Ehren der Göttin Isis und die Griechen veranstalten es für ihren Gott Dionysos. Vom 17. Dezember bis 19. Dezember feierten die Römer die Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturn. Verbunden war dieses Fest mit einem öffentlichen Gelage, zu dem jedermann aus jeder Gesellschaftsschicht eingeladen war. Während der Saturnalien wurden Hinrichtungen hinten angestellt. Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen, saßen gemeinsam myrtenbekränzt bei Tische und feierten, tranken und aßen nach Herzenslust, konnten jedes freie Wort wagen und überschütteten sich mit kleinen Rosen. Möglicherweise entstand das in unseren Tagen bekannte Konfetti aus den Rosen. Die Römer veranstalteten auch Umzüge, bei denen ein geschmückter Schiffswagen umhergezogen wurde.Strom Wechsel Vergleich

In der aktuellen Forschung werden jedoch Termine wie Saturnalien oder Lupercalien als Ursprung des Fastnachtsbrauchtums stark angezweifelt. Es scheinen sich auch vorchristliche, z.B. keltische Riten, in vielen Masken, Figuren und Bräuchen erhalten zu haben, die den Wechsel vom kalten Winterhalbjahr in das warme und fruchtbare Sommerhalbjahr beinhalten. Man hätte versucht, den Winter zu vertreiben, indem man sich als Geister, Kobolde und unheimliche Gestalten aus der Natur verkleidete und mit Holzstöcken wild um sich schlug bzw. mit einer Rassel oder Ratsche (Schnarre) Krach machte. Die germanische Theorie wird mittlerweile auch von der neueren Forschung bezweifelt: Sie führt an, dass sich Bräuche und Feste nicht mit einer Unterbrechung von mehreren hunderten Jahren überliefert haben könnten und gehen daher von der heutigen Fastnacht als einem christlichen Fest aus.

Insbesondere hatten germanische Theorien (sog. Kontinuitätsprämissen) während des Nationalsozialismus Konjunktur, werden heute aber unbewusst teilweise noch immer zitiert. Seit dem Zweiten Weltkrieg hält die Skepsis gegenüber allen Theorien, die eine Überlieferung germanischen oder keltischen Brauchtums annehmen, ungebrochen an.

Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass über mehrere Jahrhunderte keine Feste ähnlich der Fastnacht stattfanden, sondern diese eher mit der Fastenzeit im hohen und späten Mittelalter entstanden.


     

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